
Die wichtigsten Bräuche vor der Hochzeit sind natürlich der Junggesellenabschied und der Polterabend. Doch es gibt auch noch viele andere Bräuche und Traditionen, die zu einer Hochzeitsfeier dazugehören. Die fünf verbreitesten Hochzeitsbräuche im deutschen Raum haben wir für Sie zusammengestellt.
1. Die Brautentführung
Während der Hochzeitsfeier wird die Braut von guten Freunden oder Bekannten entführt und der Bräutigam muss seine Braut dann suchen. Früher zogen die Entführer mit der Braut von Kneipe zu Kneipe, der Bräutigam musste die jeweilige Zeche bezahlen. Mittlerweile beschränkt man sich auf einen Ort, an dem die Braut "gefangen gehalten" wird und vom Bräutigam ausgelöst werden muss. Um seine Braut wiederzubekommen, muss der Bräutigam eine kleine Aufgabe erfüllen. Meist handelt es sich hierbei um Singen oder das Aufsagen eines Gedichts. Damit die Hochzeitsfeier nicht so lange unterbrochen wird, sollte die Brautentführung allerdings nicht länger als eine Stunde dauern.
2. Holz sägen
Meistens findet dieser Brauch direkt nach der standesamtlichen Trauung statt. Das Brautpaar muss einen kleinen Baumstamm oder Holzpfahl gemeinsam zersägen bzw. einmal durchschneiden. Hierfür verwendet man meistens eine so genannte Schrotsäge, die an beiden Enden an einem Griff bedient werden kann. Braut und Bräutigam müssen nun abwechselnd an der Säge ziehen. So beweisen sie, dass sie zukünftig alle Probleme, Sorgen und Arbeiten gemeinsam bestehen und lösen können. Beide Partner sind gleichberechtigt und meistern den anstehenden neuen Lebensabschnitt gemeinschaftlich.
3. Reis werfen
Wenn das frisch gebackene Ehepaar aus dem Standesamt oder der Kirche tritt, haben die anwesenden Hochzeitsgäste früher Reis geworfen. Reis ist ein Zeichen der Fruchtbarkeit und soll für eine kinderreiche Ehe sorgen. Mittlerweile wird auf das Werfen von Reis aus verschiedenen Gründen verzichtet. Alternativ kann man für das Brautpaar Luftballons steigen lassen oder Seifenblasen pusten. Die Seifenblasen symbolisieren die Wünsche des Brautpaars, die in Erfüllung gehen sollen.
4. Brautstrauß werfen
Traditionell holt der Bräutigam den Brautstrauß ab und überreicht ihn seiner zukünftigen Frau vor der Trauung. Während der Hochzeitsfeier gibt es dann das offizielle Brautstrauß werfen. Hier versammeln sich alle ledigen Frauen und die Braut wirft ihren Strauß über die Schulter unter die Single-Frauen. Man sagt, wer den Brautstrauß fängt, ist die nächste Frau, die heiraten wird.
5. Brautschuh mit Pfennigen bezahlen
Früher bezahlte man die Brautschuhe mit Pfennigen, mittlerweile natürlich mit Euro Cents. Dieser Brauch reicht weit zurück. Früher haben die Mädchen, die aus armen Familien stammten, bereits in der Schulzeit begonnen, jeden Pfennig bzw. Cent für die Aussteuer zu sparen und die Brautschuhe mit Kleingeld zu bezahlen. Durch diesen Brauch wird die Sparsamkeit der Braut symbolisiert.
6. Strumpfband
Dieser Brauch stammt aus England, hat sich mittlerweile aber auch im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. Für die Braut ist es Tradition, an der Hochzeit "etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues" zu tragen. Meist ist das Strumpfband hellblau und wird für diesen Brauch verwendet. Das Blaue ist das Symbol der Treue. Ähnlich wie beim Brautstrauß wird auch das Strumpfband während der Hochzeitsfeier geworfen. Der Bräutigam versammelt alle Junggesellen um sich und wirft das Strumpfband seiner Braut, nachdem er es ihr ausgezogen hat. Derjenige, der das Sturmpfband auffängt, wird als Nächster heiraten.